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26. März 2025

Die 6 (und mehr) Lockout-Tagout-Schritte nach DGUV und Suva

Freischalten, sichern, Restenergie ableiten, prüfen: alle Lockout-Tagout-Schritte im Überblick, mit DGUV- und Suva-Bezug und dem Gerät, das jeder Schritt braucht.

Die 6 (und mehr) Lockout-Tagout-Schritte nach DGUV und Suva

Die Lockout-Tagout-Schritte verhindern, dass eine Maschine anläuft oder Energie freisetzt, während jemand an ihr arbeitet: vorbereiten, stillsetzen, trennen, sichern und kennzeichnen, Restenergie ableiten, prüfen, dann gesichert halten und geordnet freigeben. Das zählt vor allem in der Instandhaltung: Laut Suva verlieren dort jedes Jahr mehr als zehn Menschen ihr Leben.[1]

Dieser Beitrag beantwortet drei Fragen:

  1. Wie viele Schritte nennen die Regelwerke?
  2. Was gehört zu jedem Schritt, und welches Gerät braucht er?
  3. Was schützt während der Arbeit und bei der Freigabe?

Teil 1: Wie viele Schritte hat LOTO?

Die Zahl der Schritte im LOTO-Prozess hängt vom Regelwerk ab, der Inhalt ist derselbe. In Deutschland nennt die DGUV Information 209-015 sechs Maßnahmen vor jeder Instandhaltung:[2]

  1. Energieversorgung abschalten oder unterbrechen.
  2. Gegen unbefugtes, irrtümliches oder unerwartetes Ingangsetzen sichern.
  3. Gespeicherte Energie ableiten, neutralisieren oder sichern.
  4. Prüfen, ob gespeicherte Energien abgebaut sind.
  5. Den Stillstand gefahrbringender Bewegungen abwarten.
  6. Physikalische, chemische und biologische Einwirkungen vermeiden.

Die Rechtsgrundlage ist § 10 Absatz 3 BetrSichV: Der Arbeitgeber muss bei der Instandhaltung Gefährdungen durch gefährliche Energien vermeiden.[3] Die übrigen Regelwerke sagen dasselbe in anderer Gliederung:

  • Schweiz, Suva: Die acht lebenswichtigen Regeln für die Instandhaltung verlangen, die Anlage auszuschalten und mit dem persönlichen Vorhängeschloss zu sichern (Regel 3) und gespeicherte Energien zu sichern (Regel 4).[1]
  • Maschinen, EN ISO 14118:2017: Trennung und Energieableitung umfasst vier Handlungen: trennen, sichern, gespeicherte Energie ableiten oder rückhalten und prüfen, ob die ersten drei gewirkt haben (Abschnitt 3.3).[4]
  • USA, zum Vergleich: OSHA 29 CFR 1910.147 zählt sechs Schritte, daher die „6 Schritte“: Vorbereitung, Stillsetzen, Trennen, Schloss und Anhänger, gespeicherte Energie, Prüfung.[5]

Keines dieser Regelwerke endet mit der Prüfung: Die Sicherung muss während der Arbeit halten und in festgelegter Reihenfolge aufgehoben werden. Das sind die Schritte 7 und 8.

Teil 2: Die Lockout-Tagout-Schritte im Überblick

SchrittWas er bedeutetGerät
1. VorbereitenMaschine, Energiequellen und Trennstellen ermitteln; Bedienpersonal informierenSchriftliche Anweisung; Verriegelungsstation
2. StillsetzenMaschine mit den normalen Bedienelementen stillsetzenKeines
3. TrennenHauptschalter aus, Ventile zu, Druckluft und Hydraulik trennenTrenneinrichtungen der Maschine; Leitungsschutzschalter- und Ventilverriegelungen
4. Sichern und kennzeichnenEigenes Schloss jeder beteiligten Person an jeder Trennstelle, mit Anhänger: wer, wann, warumSicherheitsschloss, Schließbügel, LOTO-Anhänger
5. Restenergie ableitenDruck ablassen, Kondensatoren entladen, absinkende Teile festsetzen, Stillstand abwartenEntlüftungsventile, Stützen, Keile
6. PrüfenStartversuch; Spannungsfreiheit feststellen; Manometer ablesenSpannungsprüfer, Manometer
7. Gesichert haltenSchlösser bleiben in Pausen hängen; geregelte Übergabe bei SchichtwechselGruppenverriegelungsbox
8. FreigebenMaschine räumen, Schutzeinrichtungen anbringen, informieren, eigenes Schloss abnehmen, zuschaltenKeines

Die Geräte für die Schritte 3 und 4 bewahren Sie am besten zusammen auf: Die meisten Betriebe nutzen dafür Lockout-Tagout-Sets, eines pro Team oder Maschinentyp.

Teil 3: Schritte 1 bis 6 in der Praxis

1. Vorbereiten

Ermitteln Sie die Maschine, alle Energiequellen (elektrisch, pneumatisch, hydraulisch, mechanisch, thermisch, chemisch, Schwerkraft) und jede Trennstelle. Planen Sie die Arbeit und klären Sie die Gefahren vorab.[1] Die Schritte für diese Maschine gehören in eine schriftliche Anweisung: siehe unseren Leitfaden zum Lockout-Verfahren. Informieren Sie das Bedienpersonal, bevor Sie etwas abschalten.

2. Stillsetzen

Setzen Sie die Maschine mit den normalen Bedienelementen still. Abschalten ist nicht Sichern: Ohne Schloss kann jemand die Anlage wieder einschalten, etwa weil er den falschen Schalter wählt oder die Arbeit für beendet hält.[2]

3. Trennen

Trennen Sie die Maschine direkt an der Energiezufuhr: Hauptschalter, Ventile, Druckluft, Hydraulik. Gegen Wiedereinschalten dienen zum Beispiel abschließbare Netztrennschalter nach DIN EN 60204-1. An verketteten Anlagen reicht es möglicherweise nicht, nur die Komponente abzuschalten, an der Sie arbeiten.[2]

4. Sichern und kennzeichnen

Jede beteiligte Person sichert die Anlage mit ihrem eigenen Schloss und gibt sie selbst wieder frei.[2] Unser Sicherheitsschloss aus Stahl 38mm hält den Schlüssel fest, solange der Bügel offen ist: Der Schlüssel kann ein offenes Schloss nicht verlassen. Ein Hauptschalter nimmt in der Regel bis zu drei Schlösser auf; bei mehr Beschäftigten kommt ein Mehrfachschließbügel dazu.[2] Der Schließbügel aus Stahl / Nylon fasst bis zu sechs Schlösser. Der LOTO-Anhänger nennt die Ansprechperson und den Zeitpunkt der Abschaltung.[2]

Bewährte Praxis: Eine Person, ein Schloss, ein Schlüssel. Ein Ersatzschlüssel ist zulässig, muss aber für andere Beschäftigte unzugänglich sein, etwa bei der Meisterin oder beim Meister. Gruppenschlösser, bei denen alle Schlüssel auf alle Schlösser passen, gelten nicht als Schutzmaßnahme, solange sich Menschen im Gefahrenbereich aufhalten.[2]

5. Restenergie ableiten

Lassen Sie Druck ab, entladen Sie Kondensatoren, setzen Sie absinkende Teile fest und warten Sie den Stillstand gefahrbringender Bewegungen ab.[2] Die BetrSichV verlangt Einrichtungen, mit denen gespeicherte Energien beseitigt werden können, und ihre Kennzeichnung.[3]

6. Prüfen

Versuchen Sie, die Maschine mit den normalen Bedienelementen zu starten, und stellen Sie diese danach wieder auf Aus.[5] An elektrischen Anlagen gelten die 5 Sicherheitsregeln: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken.[2] Dieser Prüfschritt ist das „Tryout“ in LOTOTO.

Teil 4: Schritte 7 und 8: Arbeit und Freigabe

7. Gesichert halten

Die Schlösser bleiben in Pausen und bis zum Ende der Arbeit hängen. Ein Freigabeschein verliert nach längeren Unterbrechungen seine Gültigkeit und wird vor dem Weiterarbeiten neu ausgestellt.[2] Für mehrere Teams und viele Trennstellen lesen Sie unseren Beitrag zu komplexem LOTO und Schichtwechsel.

8. Freigeben

Vor dem Zuschalten: Hilfsmittel, Absperrungen und Schilder entfernen, Schutzeinrichtungen wieder anbringen und auf Wirksamkeit prüfen, alle Beteiligten informieren. Jede Person nimmt nur ihr eigenes Schloss ab. Dokumentieren Sie die Arbeiten und übergeben Sie die Maschine an den Betrieb.[2]

Aus der Praxis: Nach Arbeiten an einem Filterapparat blieb der Deckel zum Austrocknen offen, Hinweisschilder warnten vor den nicht abgeschlossenen Arbeiten. Tage später waren die Schilder entfernt und der Deckel zugeklappt, aber nicht verschraubt. Beim Einschalten einer Pumpe traten Gefahrstoffe aus.[2]

Teil 5: Wo The Lock Box ins Spiel kommt

Unsere Lockout-Tagout-Sets bündeln die Geräte für die Schritte 3 und 4, nach Energieart. Das Ventil und elektrische Lockout Tagout Kit, Polypropylen-Koffer enthält vier Sicherheitsschlösser aus Stahl (38 mm), sechs Schließbügel, zwölf LOTO-Anhänger, Leitungsschutzschalter- und Ventilverriegelungen und eine Kabelverriegelung.

Für Schritt 1 hält die Absperrstation - Vorhängeschlösser & Schließbügel bis zu 40 Schlösser, 8 Schließbügel und Anhänger griffbereit an der Anlage, unter einer abschließbaren Abdeckung. Mit unserer kostenlosen Vorlage LOTO-Verfahrensanweisung (PDF, Word oder Excel) halten Sie die Schritte für jede Anlage schriftlich fest.

Sie rüsten Ihre Anlagen für LOTO aus?

Kontaktieren Sie The Lock Box mit den Energiequellen und Trennstellen Ihrer Maschinen: Wir schlagen Ihnen für jedes Verfahren das passende Set und die Schlösser vor.


Quellen

  1. Suva. Acht lebenswichtige Regeln für die Instandhaltung (84040.D), Regeln 1, 3 und 4, überarbeitete Ausgabe März 2022. https://www.suva.ch/de-ch/download/regeln-und-tipps/acht-lebenswichtige-regeln-fuer-die-instandhaltung--84040.d
  2. DGUV. DGUV Information 209-015: Instandhaltung an Maschinen und Anlagen, Ausgabe Juni 2026, Abschnitte 2.8, 3.1.1, 4.1.5 und 5.5. https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/338/instandhaltung-an-maschinen-und-anlagen
  3. Bundesministerium der Justiz. Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), § 10 Instandhaltung und Änderung von Arbeitsmitteln, Absatz 3 Nr. 6 und 7. https://www.gesetze-im-internet.de/betrsichv_2015/__10.html
  4. ISO. ISO 14118:2017: Safety of machinery, Prevention of unexpected start-up, Abschnitt 3.3 (in Europa DIN EN ISO 14118:2018). https://www.iso.org/standard/66460.html
  5. OSHA. 29 CFR 1910.147: The control of hazardous energy (lockout/tagout), Absätze (d) und (e). https://www.osha.gov/laws-regs/regulations/standardnumber/1910/1910.147